Gegen den Einweggrill

Seit einigen Jahren ist Grillen nahe ans Fast Food ran gekommen. Man muss keine Terrasse oder Balkon haben, um zu grillen. Kohle, Gas und Grillanzünder bereithalten: Unnötig. Man geht einfach auf die nächste Tankstelle (oder in den Supermarkt bzw. Baumarkt) und kauft sich dort für wenige Euro einen Einweggrill und grillt, wo man möchte (und es idealerweise auch erlaubt ist). Die Teile sind so günstig geworden (und leider auch so beliebt), dass sie teilweise auch im Fünferpack angeboten werden.

Meist schafft man es mit solch einem Einweggrill sogar das eine oder andere Würstchen heiß und sogar farblich ansprechend hinzubekommen. Dennoch ist diese Lösung nicht wirklich eine, denn es sprechen gleich einige Punkte gegen den Einweggrill.

Gründe gegen den Einweggrill

Gegen den Einweggrill sprechen so einige Gründe. Von der Gesundheit über die Umwelt bis dahin, dass man mit diesen Wegwerfgrills einfach nicht wirklich gut grillen kann.

Gesundheitlich bedenklich - Gegen den Einweggrill

Wenn das Grillgut zu nahe an einer Flamme gegart werden soll, dann entwickeln sich schnell Stoffe, die krebserregend sein können. Noch gefährlicher wird es, wenn Fett auf der Kohle verbrennt. In diesem Moment entstehen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK, Infos zu PAK vom Umweltbundesamt) und diese sind als krebserzeugend bekannt. Ob dann die Kohle im Einweggrill hochwertig ist, oder eher günstige verwendet wird, das spielt dann kaum noch eine Rolle. Zumal der Einweggrill so komplett ist, dass er eben auch mit Grillanzünder versehen ist. Und dabei handelt es sich wiederum um Chemikalien.

Tu der Umwelt etwas Gutes - Verzichte auf Einweggrills

Der Einweggrill ist gleich mehr fach ein Umweltkiller. Zum einen ist er eine echte Rohstoffverschwendung. Denn er besteht nun mal zumeist aus Aluminium. Hergestellt wird Aluminium unter größter Umweltbelastung. Zwar kann man Alu auch recyceln, aber auch dann wird viel Energie verbraucht. Das dann bei der Förderung von Aluminium noch Rotschlamm als Abfallprodukt entsteht, der schon für Naturkatastrophen gesorgt hat, sollte einem einen zusätzlichen Anreiz geben auf Aluminium möglichst häufig zu verzichten.

Dann ist der Einweggrill eben ein Einweggrill und damit ein Wegwerfgrill. Wir geben drei bis fünf Euro (manchmal etwas weniger, manchmal sogar ein paar Euro mehr) dafür aus, den Grill ziemlich schnell wieder zu entsorgen. Das alleine ist schon schlimm, aber daran hat sich unsere Wegwerfgesellschaft ja mittlerweile gewohnt. Kaufen, wegwerfen. Reparieren findet ja heute kaum noch statt. Warum also nicht auch bei einem Grill? Würden die Einmalgrills wenigstens im Müll landen, dann könnte man noch mit den Schultern zucken und sagen, das ist eben so. Leider landet er meist eben einfach nur in der Botanik, wird in den See geworfen, liegen gelassen oder im Wald nur knapp mit Erde bedeckt. Wenn das wenigstens in einem Park geschieht, dann ist der Grill Müll, der eben wieder (teuer) entsorgt wird, aber häufig eben, passiert das auch in unserer Natur. In einigen Städten ist der Einweggrill inzwischen nicht nur höchst ungern gesehen, er ist inzwischen sogar verboten - zumindest in den öffentlichen Grünanlagen. Auch weil er eben so oft liegen bleibt und noch häufiger einfach auf den Boden bzw. den Rasen gestellt wird. Und dieser überlebt den Hitzekontakt eben nicht.

Und ganz zum Schluss, wenn Gesundheit und Umwelt nicht überzeugen können, so spricht doch wirklich ein sehr wichtiges Argument gegen den Wegwerfgrill:

Der Einweggrill grillt schlecht

Der Grillrost ist ein schlechtes Drahtgitter, das viel zu nah an der Wärmequelle liegt. Diese ist in einer Schale eingebettet, eine echte Luftzufuhr oder Zirkulation findet da nicht statt. Da der sog. Rost zu nahe bei den Kohlen gelegen ist, ist die Gefahr groß, dass das Fleisch anbrennt. Da man es dann aber natürlich meist sofort vom Grill entfernt, ist es innen aber noch roh zu nennen. Hat man Gemüse auf diesen Grill zubereiten wollen, dann wird dieses ebenfalls eher schwarz und bleibt innen roh.

Echte Alternative zum Einweggrill

Es gibt sehr günstige Grills bzw. Klappgrills für unter 20 Euro, die als echte Alternative zum Einweggrill durchgehen können. Noch besser sind aber fast die Grilleimer. Denn diese stehen ziemlich sicher. So ein Grilleimer besteht aus einem Metalleimer, der einen Einsatz hat für die Kohlen und Löcher, die die Glut auch belüften. Nach dem Grillen muss der Eimer nur ein wenig abkühlen und schon kann man ihm am Henkel nehmen und wieder nach Hause tragen. Günstig sind häufig auch Picknickgrills. Klein sind sie meist auch noch.

Wo gibt es Einweggrills?

Einweggrills kann man inzwischen in fast jedem Supermarkt kaufen. Es gibt sie an der Tankstelle und Einzeln und sogar im Fünferpack in den meisten Baumärkten. Auch Online kann man die Wegwerfgrills bestellen.