Fünf große Fehler beim Grillen

Grillen ist einfach. Ab dem Moment, in dem man Glut hat (bei Holzkohle) oder eine Flamme (bei Gas) kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Einige Fehler sollte man beim Grillen aber vermeiden, einige werden immer wieder gemacht. Hier eine Übersicht, der fünf häufigsten Fehler beim Grillen.

Mit Bier Flammen löschen

Wenn Fett von Steak oder Würstchen auf die heiße Glut tropft, dann kann es schnell mal passieren, dass eine Stichflamme zu sehen ist. Wer da ein Getränk wie Bier in der Hand hat, nimmt dies und löscht damit und glaubt damit nicht nur etwas gelöscht zu haben, sondern auch noch für mehr Geschmack gesorgt zu haben. Aber das mit dem Löschen sollte man besser lassen. Dafür sprechen gleich mehrere gute Gründe.
Die Sache mit dem Ablöschen von Flammen mit Hilfe von Bier ist ein typischer Grillfehler, der auch nur beim Holzkohlegrill gemacht wird. Beim Gasgrill und erst recht beim Elektrogrill (der dann wahrscheinlich mit Kurzschluss kaputt wäre), kommt schnell kein Grillmeister auf die Idee. Mit dem Bier sollte man dann doch besser nur den Durst löschen: Kaltes Bier für die Sommerparty.

Würstchen wenden und wenden und ...

Um Würstchen gleichmäßig durch zubraten kommt der eine oder andere Grillmeister gerne auf die Idee, diese ziemlich häufig zu wenden. Ein Schicksal, das auch dem einen oder anderen Stück Fleisch gerne widerfährt. Gerade häufiges Wenden kann aber beim Würstchen dazu führen, dass es innen nicht gar wird. Und rohe Bratwurst ist nun mal meist nicht so lecker. Und einige Würste und auch Steaks kleben richtig an, wenn man sie zu früh wendet, erst wenn sie von einer Seite die richtige Bräune haben, lassen sie sich mit dem Grillwender leicht und locker vom Grillrost lösen. Natürlich bekommt man ein Würstchen auch trotz häufigem Wenden irgendwann durch. Aber es kann halt passieren, dass das so lange dauert, dass es dann trocken ist.

Fleisch vom Grillrost direkt auf den Teller geben

Klar, natürlich sollte Essen heiß serviert werden. Und auch klar ist, dass gerade kurzgebratenes beim Flachgrillen schnell zu lange auf dem Grill liegt. Dennoch sollte man gerade Fleisch auch Zeit zum Ruhen geben. Auch ein Steak, das in der Pfanne zubereitet wird, schmeckt besser, wenn es noch ein paar Minuten Zeit hat zu Ruhen, so dass sich das Fleisch entspannen kann und sich die Fleischsäfte verteilen. Beim Gegrillten ist es ebenso. Natürlich sollte das Grillstück beim Ruhen nicht mehr in der heißen Grillzone liegen, aber meist hat man auf seinem Grillrost ja verschiedene Temperaturzonen. Oder man packt es eben in Alufolie ein und stellt es für ein paar Minuten zu Seite.

Grillgabel (zuviel) nutzen

Eine Grillgabel kann schon recht nützlich sein. Vor allem beim Grillen mit Holzkohle kann man mit ihr zum Beispiel hervorragend auch mal die Glut verteilen. Ansonsten greift man gerade bei Steaks und Würstchen auf dem Grillrost besser zur Grillzange. Sobald man eine Grillgabel nutzt und mit dieer in Würstchen oder Fleisch sticht, tritt leckerer Saft aus. Sogar aus einem simplen Würstchen. Und schon wird das Grillgut nicht nur saftlos, sondern eben auch häufig zäh.

Einige Wüstchen wollen übrigens schon angepiekst werden. Wenn eine Wurst sehr fettig ist, dann kann es passieren, dass die Wurst auf dem Grill platzt. Das kann man vermeiden, in dem man die Wurst beizeiten eben einfach anpiekst und so den Druck von ihr nimmt. Aber viel mehr Einsatzmöglichkeiten gibt es für eine Grillgabel auf dem Grillrost nicht.
Eine Grillgabel ist also schon zu Recht Teil des Grillbestecks.

Ist es schon gut? - mit dem Messer überprüfen

Ja, um zu schauen, ob ein Stück Fleisch schon gut ist (bei Huhn und anderem Geflügel sollte es dafür durch sein, bei Steak und Co. hängt es vom eigenen Geschmack ab, ob und wie blutig es noch sein sollte), greift manch einer zu Grillgabel (siehe weiter vorne) und Messer. Und so wird das fragliche Stück Fleisch genommen, auf einen Teller gepackt und angeschnitten und so eine visuelle Kontrolle durchgeführt. Zum einen verliert Fleisch so seinen Saft und wird zäh und zum anderen nimmt man dem Steak damit auch jede Möglichkeit, noch ein paar Minuten zu ruhen, ehe es verzerrt wird. Bei dickeren Fleischsorten kann man durchaus mit einem Thermometer arbeiten, um zu kontrollieren, ob das Fleischinnere bereits die Kerntemperatur erreicht hat. Bei flacheren Fleischstücken hilft wohl leider nur die Erfahrung.

Es gibt natürlich noch viel mehr Fehler, die man beim Grillen so machen kann. Aber das waren die, die besonders häufig sind und von denen einige durchaus gravierende Folgen für das Grillergebnis haben können.

Und nur zur Klarstellung schließen wir hier auch gleich noch eine Wissenslücke, der man am Grill und beim Barbecue so häufig begegnet.

Barbecue und Grillen sind zwei verschiedene Dinge

Häufig wird heute zum Barbecue bzw. BBQ geladen, aber es findet dann doch nur ein simples Grillen statt. Beim Grillen hat man einen Grillrost, der über eine Wärmequelle (zum Beispiel Holzkohle) liegt und bei dem Fleisch, Gemüse und Co. bei hohen Temperaturen (ca. 250 Grad) zubereitet werden. Das Fleisch liegt direkt über der Feuerstelle. Es wird direkt gegrillt. Beim BBQ hingegen wird indirekt gegrillt und meist eben nicht bei 250 Grad, sondern eben nur bei 90 bis 160 Grad. Das Fleisch gart in der heißen Luft bzw. im heißen Rauch. Die Methode ist auch gut geeignet für dickere Fleischstücke. Es gibt Grills, mit denen man beide Garmethoden durchführen kann. Die Kohle kommt zum direkten Grillen eben direkt unter den Grillrost, auf den dann das Fleisch und andere Grillgut verteilt wird (Grillen) oder es kommt in spezielle Grillschalen. Und die Grillschalen kommen eben keinesfalls direkt unter den Rost. Gut geeignet für diese Art der Zubereitung sind Kugelgrills und auch andere Grills mit Deckel. Häufig haben diese deswegen auch gleich ein Thermometer eingebaut.
Direktes und Indirektes Grillen.